Wir freuen uns sehr über die Kritik für unser Konzert im Kloster Seeon im Kulturteil des Oberbayerischen Volksblatts:
Artikel auf OVB online: https://www.ovb-online.de/rosenheim/kultur/liebe-leidenschaft-9401752.html

Das Ensemble „Folks“ zelebrierte hingebungsvoll Cohen-Klassiker:(von links) Jörg Müller (Piano, Akkordeon, Gesang), Ben Leinenbach (Gitarre, Gesang), Claudia Rucker (Gesang) und Robert Winkler (Kontrabass).© OVB
Seeon – Das Ensemble „Folks“ interpretierte die legendären Lieder von Leonhard Cohen im Kultur- und Bildungszentrum Kloster Seeon.

Fazit: ausverkauftes Haus – begeistertes Publikum.

Cohen-Fans wogen sich zu den melancholisch gefärbten Liedern und seinen eingängigen poetischen Texten. Claudia Rucker (Gesang) hat, so scheint es, eine tiefere Verbindung zu dem im November 2016 mit 82 Jahren verstorbenen kanadischen Sänger und Liedtexter.

Mit ihrem leidenschaftlichen Gesang, in gefühlvoller Interpretation und wohltuend weicher Stimmfärbung, fing sie Cohens poetischen Ausdruck und die Aussagen seiner Lieder ein. In bester musikalischer Begleitung von Jörg Müller (Akkordeon, Piano, Gesang), Ben Leinenbach (Gitarre, Gesang) und Robert Winkler (Kontrabass), führte sie die begeisterten Zuhörer durch Cohens musikalischen Nachlass, erzählte, aus welchen Inspirationen die gehörten Lieder entstanden waren, und übersetzte Cohens tiefgründig-anrührende Texte.

Die Liebe, die Leidenschaft zu Frauen, aber auch Religion – Cohen war Jude, das Leid der Menschen und ihr Tod waren die Triebfeder seiner Lieder, in denen er es schaffte, diese Gefühlswelten nach außen zu transportieren. Und weil Cohen nicht nur mit musikalischem Talent gesegnet war, sondern vor seiner Karriere als Musiker, die erst 1967 mit dem Album „Songs of Leonhard Cohen“ begann, auch erfolgreicher Schriftsteller war, sind die Liedtexte entsprechend poetisch-gehaltvoll.

Das Ensemble „Folk“ bot einen umfangreichen Ausblick auf Cohens Repertoire. Lieder, die wohl jeder kennt, wie „So long, Marianne“, „Halleluja“ oder „Suzanne“ erwärmten die Herzen der Zuhörer im Klosterstüberl, die bei Kerzenschein nahezu dahinschmolzen.

Ebenso begeisterten die nicht ganz so oft gehörten Lieder: „Ain‘t No Cure“, „Take this Waltz“ oder „Seams so long ago, Nancy“. Alle trafen mitten ins Herz, nicht zuletzt, weil das Ensemble „Folks“ sich im gemeinsamen Musizieren mehr als einig war: schön aufeinander abgestimmter mehrstimmiger Gesang, in immer harmonischer Mischung zu der variations- und ideenreichen instrumentalen Begleitung.

Nur drei Wochen vor seinem Tod erschien Cohens letztes Album „You want it Darker“, mit dem er sich sein eigenes Requiem geschrieben hatte und wohl einige seiner besten Lieder hervorbrachte. Andächtig lauschten die Besucher: „Stear your way“ (zu Deutsch: Lenke deinen Weg), ein Gedicht Cohens, „If I Didn’t have your Love“, Lieder mit Texten, die klarstellen, dass Cohen ein Suchender, ein Liebender war, und dass er wohl am Ende seines Weges Frieden gefunden hatte. Riesenapplaus verlängerte das Cohen-Fest um drei Zugaben. bek